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langweilg
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Timm Flemmings Erfahrungsbericht versucht sich an einer Beschreibung des Lebens mit dem Borderline-Syndrom. Die Darstellung ist sehr davon geprägt, dass der Autor die Grundlage seiner Identität vor allem aus den Aspekten dieses Syndroms bezieht, die in der einschlägigen klinischen Literatur beschriebenen sind. Dies ist schade und macht das Buch insgesamt sehr langweilig zu lesen, da man als Leser nicht das Gefühl gewinnt, auf die hinter den Aussagen stehende Person blicken zu können. Zwar werden durchaus bewegende Aspekte wie der frühe Verlust seiner Eltern, Suizidgedanken und seine Schwierigkeit sich in eine Gesellschaft zu integrieren beschrieben; häufig scheint die einzige Triebfeder hinter den einzelnen Textpassagen jedoch lediglich ein latenter Vorwurf an die Welt zu sein, etwa an die Psychiatrie bzw. das Leben an sich. Der Text ist an vielen Stellen ähnlich einem einfachen persönlichen Brief/Telefongespräch gehalten, der kaum literarische Spannung aufzubauen vermag und mit Borderline-Klischees übersättigt ist. Er liest sich manchmal so als sei doch alles ganz normal, obwohl es eigentlich nicht der Fall ist. Dadurch gelingt es dem Autor, trotz der Brisanz dessen was er erlebt hat, kaum, Interesse am Weiterlesen zu wecken. Das Buch mag für Menschen, die meinem, im Borderline-Syndrom ihren eigentlichen Lebensinhalt wiedergefunden zu haben, interessant sein, als persönlichen Erfahrungsbericht sollte man es nicht verstehen. Dazu fehlt die Persönlichkeit.
Eine Rezension von Manifold > R^n
vom 22. August 2009 |