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| Frauen, die aufs Ganze gingen: Zehn Frauenporträts aus drei Jahrhunderten
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Unerschrocken unkonventionell!
• • • • • (bewertet mit 4 von 5 Punkten)
Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Frauen, die aufs Ganze gingen: Zehn Frauenporträts aus drei Jahrhunderten (Taschenbuch) "Frauen, die aufs Ganze gingen" ist ein ziemlich reißerischer Titel. Dafür ließ mich das unbekannte Foto auf dem Titel von Agatha Christie in jungen Jahren aufmerken. Ich nahm das Buch in die Hand und bei einem kurzen Blick auf die porträtierten Frauen landete es an der Kasse. Eigentlich ist diese Art von Porträtbänden ein wunderbarer Lückenfüller zwischen zwei größeren Leseprojekten; die Art Buch für die kurzen Leseetappen im Alltag. Doch diesmal verhielt es sich anders: Den porträtierten Frauen ist man zwar schon desöfteren begegnet, doch selten in dieser Form. So bleibt man hier unwillkürlich am Ball und liest stattdessen von Anfang bis Ende in den Darstellungen der berühmten Frauen.
Das Genre der biographischen Skizzen wird seit vielen Jahren vom Piper Taschenbuch-Verlag bestens bedient. Das geht in diesem Fall leider schon mal zu Lasten eines sorgfältigen Lektorats, denn leider stolpert der Leser hier schon mal über ärgerliche Fehler. Das ist jedoch der einzige Kritikpunkt, denn die Autorin Karin Feuerstein-Praßer bringt in ihren mit Verve erzählten Porträts dem Leser ungewöhnliche Frauen näher.
Schriftstellerinnen wie Else Lasker-Schüler und Agatha Christie, Schauspielerinnen wie Sarah Bernhardt und Romy Schneider, Abenteuerinnen wie Mata Hari und Isabelle Eberhardt, einer Musikerin wie Edith Piaf und einer Hochstaplerin wie Franziska Schanzkowski - besser bekannt als angebliche Zarentochter Anastasia - haben trotz sehr unterschiedlicher Lebensläufe eines gemein: Sie sorgten mit ihrer unkonventionellen, kompromißlos-unerschrockenen Lebensweise für viel Aufsehen. Alle diese zum großen Teil durch exponiertes Talent priviligierten Lebenswege verlaufen darum alles andere als schnurgerade oder gar innerhalb der jeweils gültigen moralischen Vorstellungen ihrer Lebensumgebung. Und doch entwickelten diese Frauen die nötige Stärke, Besonderes zu leisten und der Nachwelt darum in sehr lebendiger Erinnerung zu bleiben.
Alle biographischen Skizzen sind darum ungeheuer spannend zu lesen. Sie ersetzen zwar nicht die klassische Biographie, extrahieren aber Leben und Werk auf lebendige Weise. Karin Feuerstein-Praßer hat journalistisches Gespür und ein sicheres Händchen in der Auswahl bewiesen. Eine echte Empfehlung für alle, die sich für ungewöhnliche Frauen interessieren.
Übrigens: Auch Amazons Tag-Vorschläge sind falsch. In diesem Buch findet man kein Porträt Alma Mahler-Werfels oder Elly Beinhorns. Die Porträtierten sind: Charlotte Corday, Sarah Bernhardt, Mata Hari, Else Lasker-Schüler, Isabelle Eberhardt, Agatha Christie, Edith Piaf, Romy Schneider, Franziska Schanzkowski und Petra Kelly.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 7. April 2010 | | |
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