Ich bin nicht mehr eure Tochter. Die wahre Geschichte eines Mädchens, das jahrelang in der Familie sexuell mißbraucht wurde.
von



 
Gutes Buch, gemischte Gefühle
• • • • •   (bewertet mit 3 von 5 Punkten)

Das Buch an sich ist unbedingt lesenswert, wenn man sich für die Thematik interessiert! Ich habe es mit Eifer gelesen und finde es absolut spannend! Einen Stern Abzug gab es bei mir auf Grund meiner Unsympathie der Hauptdarstellerin gegenüber. Während sie wegen ihres Schicksals als Kind noch mein Mitgefühl erweckte, machte mich das Buch nach dem zweiten Drittel der Lektüre einfach nur noch wütend. Die Texte sind die reinste Jammertirade und spätestens, seit die Hauptdarstellerin das 14. Lebensjahr erreicht hat, habe ich kein Verständnis mehr für ihr "Leiden". Ich kann nicht nachvollziehen, warum sie noch in ihrem Elternhaus geblieben ist, nachdem, was ihr von ihrer Familie alles angetan wurde, es sei denn, sie fand dann doch irgendwie Gefallen daran. Auf der anderen Seite kenne ich das menschliche Verhalten nicht anders. Menschen sind nicht glücklich, wenn sie nicht leiden können. Einige Menschen möchten das.

Inhaltlich geht es um das Leben der Monika B. und um ihre Familie. Sie wuchs unter sehr schlimmen Verhältnissen auf, nicht nur, dass die Eltern nicht viel Geld hatten, nein, ihre Eltern waren Menschen, die bereits einen psychischen Schaden erlitten hatten und diesen an ihre Kinder weitergaben. Auf diese Art offenbart sich dem Leser, wie schlechte und vor allem falsche Erziehung an die nächste Generation weiter gegeben wird. Sozialpsychologisch absolut interessant!
Monika war ein "Wunschkind", neben ihr handelt das Buch auch vom Werdegang ihrer Brüder, die es ebenfalls nicht immer leicht hatten. Alle waren gegen sie, niemand glaubte ihnen. Sie waren in einer Hilflosigkeit gefangen, die ihresgleichen sucht. Anstatt zusammen zu halten, drifteten die Geschwister immer wieder auseinander und machten sich gegenseitig das Leben zusätzlich schwer. Ständig begleitete Angst, Gewalt und sexueller Missbrauch ihren Alltag. Wer mehr wissen möchte, greift bitte zum Buch! ;-)

Also: 4 von 5 Sternen für den Inhalt; Text und Aufmachung haben 6 von 6 Sternen verdient. Karin Jäckel hat ausgezeichnete Arbeit mit diesem Buch geleistet, Hut ab an Monika B., die ihr Leben durch Tagebücher, Briefe etc. festgehalten hat.
Aber einen Stern Abzug wegen zu vielem Gejammere, das irgendwann nur noch nervt (das Schicksal dieser Frau ist wirklich schrecklich, aber irgendwann hätte sie handeln müssen, wo ihr jüngster Bruder doch schon an und auf ihrer Seite war) und wegen Verständnislosigkeit von meiner Seite aus für das Handeln (und das Fernbleiben einer aktiven Handlung) von Monika B.. "16 Jahre Panne im Kopf" stimmt leider.

In der Spalte "Erfahrungen" ist dieses Buch ein Toppkauf! Ich kann es jedem, der derartige Bücher liest, nur wärmstens ans Herz legen! Ich konnte viel wertvolles psychologisches und gesellschaftliches Wissen aus diesem Buch ziehen. Und es war wirklich schockierend, welche Last manchen Menschen in die Wiege gelegt wird.
Eine Rezension von anime-night-club "Anime Night" > Sachsen-Anhalt
vom 28. Februar 2010
Kundenrezensionen:
76. Geht ein Leben leidvoller? Ich glaube nicht...
75. Erschütternd
74. Eigentlich...
73. Gutes Buch, gemischte Gefühle (die aktuell angezeigte Rezension)
72. Sehr gutes Buch
71. Einfach unfaßbar
70. Was muß passieren, damit wir begreifen?
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